Geschichte des Gutshofs

Geschichte des Gutshofs
Herzstück des Guthofs - die Brennerei.

Herzstück des Guthofs – die Brennerei.

Auch heute noch wandelt sich das Gesicht des Gutshofs stetig in neuem Glanz. “Work in Progress” lautet das Motto – hier tut sich etwas!

Auf den einstigen Betonbrachen sprießt heute frisches Grün, die Gebäude werden saniert und von den verschiedensten Gewerken genutzt.

Ob Oldtimer-Werkstätten, Maleratelier, Landschaftsgärtnerei und Kurse in Naturheilkundlichen Verfahren  – das Gelände bietet mit seinen vielen Möglichkeiten und historischem Charme viel Platz für innovative und interessante Projekte, Seminare & Workshops, Veranstaltungen und mehr.

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Die Geschichte des Genshagener Gutshof-Geländes geht auf das 15. Jahrhundert zurück. Das ehemalige Rittergut wurde zunächst 1499 von der Familie Ottenstädt vom damaligen Kurfürsten gepachtet und 1655 von der Familie Hake gekauft. Im Jahre 1838 kauft der Königlich-Preußische Geheime Justizrat Karl Ferdinand Schulz das Gut, 1854 heiratet seine Tochter Pauline den Leutnant Max Freiherr von Eberstein.

Das Herzstück des heutigen Gutshofs, die alte Brennerei mit ihrem eindrucksvollen Schornstein, wurde 1839 von der Familie Eberstein errichtet und produzierte noch bis Kriegsende 1945 Brennspiritus. Den Rohstoff hierzu lieferte eine alte märkische Bekannte, die Kartoffel. Sie enthält die für die Herstellung notwendige Stärke, die im Nachgang über Zucker auch in Alkohol umgewandelt werden kann. Durch die Einnahmen aus der Brennerei konnten die Schulden des landwirtschaftlichen Gutes aufgefangen werden.

1935 muss die Familie 1/5 des nicht auf dem heutigen Gutshof liegenden Waldgeländes zu einem vorgegebenen Preis Zwangverkaufen, anderfalls drohte die Enteignung. Denn das Deutsche Reich suchte einen Ort, der geeignet war eine neue Flugmotorenfabrik aufzunehmen. Auf dem einige Kilometer entfernt liegenden Waldstück wird das Flugmotorenwerk Genshagen errichtet. 1945 wird das Gut von der SS zum Kampfgebiet erklärt. Die adelige Großgrundbesitzerfamilie Eberstein wird des Gutshofs verwiesen und flieht vor der Sowjetarmee nach Schleswig-Holstein.

Im Anschluss wird das Gelände von der sowjetischen Militäradministration beschlagnahmt. Im Zuge der Bodenreform werden 1945 große Teile des Gutes aufgeteilt, den Rest übernimmt das neu gegründete VEG Genshagen. Noch bis 1993 wird die Brennerei von den Berliner Stadtgütern betrieben. Seit 2003 ist die Anlage nun im Besitz des heutigen Eigentümers. Seither hat sich auf dem Gelände viel getan und tut sich ständig.

In unmittelbarer Nachbarschaft zum Gutshof-Gelände steht heute das Schloss Genshagen, einst in Besitz der Familie Eberstein, das ab 1880 auf den Fundamenten des Herrenhauses der Familie Hake entstand. Seit 1890 lebte hier Ernst von Stubenrauch. Dem bürgerfreundliche Landrat von Teltow sind u.a. der Bau des Teltowkanals, des Berliner Grundewaldturms sowie zahlreicher Straßen und Krankenhäuser zu verdanken. Seine Grabstätte ist auf dem Genshagener Friedhof. Das Schloss diente als Verwaltungsschule des Ministeriums für Land- und Forstwirtschaft, von 1973 bis 1991 war es das Wissenschaftlich-Technische Zentrum (WTZ) für Landwirtschaft des Bezirkes Potsdam. Heute beherbergt das weiße Gebäude die Stiftung Genshagen – Berlin-Brandenburgisches Institut für Deutsch-Französische Zusammenarbeit in Europaund ist umgeben von einer großzügigen Parkanlage, angelehnt an Vorbilder der englischen Landschaftsparkgestaltung.

 

 

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